Anovulatorische Zyklen

Alles zu Anovulatorische Zyklen

Definition, Ursachen & Symptome

Ein regelmäßiger Menstruationszyklus bedeutet nicht automatisch, dass auch ein Eisprung stattfindet. Bei sogenannten anovulatorischen Zyklen bleibt der Eisprung aus oft ohne, dass Betroffene es sofort bemerken. Trotzdem können Blutungen auftreten, was die Erkennung zusätzlich erschwert. Besonders für Frauen mit Kinderwunsch oder unregelmäßigem Zyklus ist dieses Thema von großer Bedeutung.

In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über anovulatorische Zyklen: von der medizinischen Definition über die häufigsten Ursachen bis hin zu typischen Symptomen und Anzeichen.

Inhaltsverzeichnis
Definition anovulatorischer Zyklus
Unterschied Ovulation vs. Anovulation
Die Häufigkeit
Symptome
Ursachen anovulatorischer Zyklus
Ab wann zum Arzt

Was bedeutet anovulatorischer Zyklus einfach erklärt?

Ein anovulatorischer Zyklus ist ein Menstruationszyklus, bei dem kein Eisprung (Ovulation) stattfindet. Das bedeutet, dass im Verlauf des Zyklus keine Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt wird und somit keine Befruchtung möglich ist. Obwohl der Eisprung ausbleibt, kann es dennoch zu Blutungen kommen, weshalb viele Frauen zunächst nicht bemerken, dass ihr Zyklus anovulatorisch verläuft.

Medizinisch gesehen entsteht ein anovulatorischer Zyklus durch eine Störung im hormonellen Zusammenspiel zwischen Gehirn (Hypothalamus und Hypophyse) und Eierstöcken. Normalerweise sorgen Hormone wie FSH, LH, Östrogen und Progesteron dafür, dass eine Eizelle heranreift und schließlich ovuliert. Bleibt dieser fein abgestimmte Prozess aus dem Gleichgewicht, kommt es nicht zum Eisprung.

Typisch für einen anovulatorischen Zyklus ist, dass kein Progesteronanstieg erfolgt, da dieses Hormon erst nach dem Eisprung vom Gelbkörper gebildet wird. Infolgedessen fehlt häufig auch der charakteristische Temperaturanstieg in der Basaltemperaturkurve. Die Gebärmutterschleimhaut kann sich trotzdem aufbauen und später unregelmäßig oder abgeschwächt abgestoßen werden, was oft zu unregelmäßigen, verlängerten oder sehr schwachen Blutungen führt.

Unterschied: Ovulatorischer vs. anovulatorischer Zyklus

Der zentrale Unterschied zwischen einem ovulatorischen und einem anovulatorischen Zyklus liegt darin, ob ein Eisprung (Ovulation) stattfindet oder nicht. Während bei einem ovulatorischen Zyklus eine reife Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt wird, bleibt dieser Schritt bei einem anovulatorischen Zyklus vollständig aus. Dieser Unterschied hat direkte Auswirkungen auf Zyklusverlauf, Hormone, Blutung und Fruchtbarkeit.

Ovulatorischer Zyklus: mit Eisprung
Ein ovulatorischer Zyklus ist der „normale“ Zyklusverlauf. Dabei reift unter dem Einfluss von Hormonen wie FSH und Östrogen eine Eizelle heran. Etwa in der Zyklusmitte kommt es zum LH-Anstieg, der den Eisprung auslöst. Nach der Ovulation bildet sich der Gelbkörper, der Progesteron produziert. Dieses Hormon stabilisiert die Gebärmutterschleimhaut und führt zu einem messbaren Temperaturanstieg in der zweiten Zyklushälfte.

Typische Merkmale eines ovulatorischen Zyklus sind:
- Vorhandener Eisprung
- Klare, zyklische Hormonverläufe
- Zweiphasige Basaltemperaturkurve
- Regelmäßige Menstruation
- Möglichkeit einer Schwangerschaft

Anovulatorischer Zyklus: ohne Eisprung
Bei einem anovulatorischen Zyklus findet keine Ovulation statt. Die Eizelle reift entweder nicht vollständig heran oder wird nicht freigesetzt. Dadurch fehlt auch der Gelbkörper und somit der Progesteronanstieg. Der Zyklus verläuft hormonell unvollständig, was sich auf Blutung und Zykluslänge auswirken kann.

Typische Merkmale eines anovulatorischen Zyklus sind:
- Kein Eisprung
- Fehlender Temperaturanstieg
- Unregelmäßige, verlängerte oder sehr schwache Blutungen
- Eisprungrechner oder Zyklus-Apps liefern ungenaue Ergebnisse
- Keine Möglichkeit einer Schwangerschaft in diesem Zyklus

Warum der Unterschied so wichtig ist
Der Unterschied zwischen ovulatorischen und anovulatorischen Zyklen ist besonders relevant für Frauen mit Kinderwunsch, aber auch für die Zyklusgesundheit insgesamt. Während gelegentliche anovulatorische Zyklen normal sein können, deuten häufige oder dauerhafte Zyklen ohne Eisprung oft auf hormonelle Ungleichgewichte oder Grunderkrankungen hin, die ärztlich abgeklärt werden sollten.

🛈 Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung

Anovulatorische Zyklen Definition einfach

Treten anovulatorische Zyklen häufig auf?

Anovulatorische Zyklen kommen häufiger vor, als viele denken. Nicht jeder Menstruationszyklus verläuft mit einem Eisprung. Gelegentliche Zyklen ohne Ovulation gelten als normal und können bei gesunden Frauen in bestimmten Lebensphasen auftreten. Besonders häufig sind anovulatorische Zyklen in der Pubertät, nach dem Absetzen hormoneller Verhütung, während der Stillzeit und in den Jahren vor den Wechseljahren.

Auch Stress, starke Gewichtsveränderungen, intensiver Sport oder akute Erkrankungen können dazu führen, dass der Eisprung in einzelnen Zyklen ausbleibt. Problematisch wird es meist erst, wenn anovulatorische Zyklen regelmäßig oder über mehrere Monate hinweg auftreten

Symptome von einem anovulatorischen Zyklus

Ein häufiges Symptom sind unregelmäßige Menstruationsblutungen. Diese können deutlich kürzer oder länger als üblich ausfallen, sehr schwach sein oder sich als wiederkehrende Schmierblutungen zeigen. Auch lange Zyklen oder das vollständige Ausbleiben der Periode können Hinweise auf einen anovulatorischen Zyklus sein.

Ein weiteres wichtiges Anzeichen ist der fehlende Temperaturanstieg in der zweiten Zyklushälfte. Bei einem ovulatorischen Zyklus steigt die Basaltemperatur nach dem Eisprung durch das Hormon Progesteron an. Bleibt dieser Temperaturanstieg aus, kann dies auf das Fehlen einer Ovulation hindeuten.

Auch Veränderungen im Zervixschleim können ein Symptom sein. Während der fruchtbaren Phase wird der Schleim normalerweise klar, spinnbar und flüssig. Bei einem anovulatorischen Zyklus fehlt diese typische Veränderung häufig oder tritt nur unregelmäßig auf.

Zusätzlich können hormonelle Begleiterscheinungen auftreten, darunter: - Spannungsgefühl in der Brust
- Zyklusabhängige Stimmungsschwankungen
- Akne oder Hautunreinheiten
- Erhöhte Müdigkeit

Ursachen für einen anovulatorischen Zyklus

Hormonelle Ursachen Zu den häufigsten Ursachen zählen hormonelle Ungleichgewichte. Erkrankungen wie das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) können die Reifung der Eizelle verhindern oder den Eisprung dauerhaft unterdrücken. Auch Schilddrüsenerkrankungen, sowohl eine Über- als auch Unterfunktion, beeinflussen den Zyklus und können anovulatorische Zyklen begünstigen. Eine erhöhte Prolaktin-Ausschüttung kann ebenfalls den Eisprung hemmen.

Lebensstil & äußere Faktoren Auch der Lebensstil spielt eine entscheidende Rolle. Starker Stress, emotionale Belastungen oder Schlafmangel können das hormonelle Gleichgewicht stören. Untergewicht, starkes Übergewicht oder schnelle Gewichtsveränderungen wirken sich ebenfalls negativ auf die Ovulation aus. Zudem kann intensiver Ausdauersport dazu führen, dass der Körper den Eisprung vorübergehend „abschaltet“.

Hormonelle Verhütung & Umstellungen Nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel benötigt der Körper oft Zeit, um wieder einen stabilen Zyklus mit Eisprung zu entwickeln. In dieser Übergangsphase sind anovulatorische Zyklen nicht ungewöhnlich. Auch während der Stillzeit bleibt der Eisprung häufig aus.

Natürliche Lebensphasen In bestimmten Lebensabschnitten treten anovulatorische Zyklen besonders häufig auf. Dazu zählen die Pubertät sowie die Jahre vor den Wechseljahren (Perimenopause). In diesen Phasen ist die Hormonregulation noch nicht oder nicht mehr vollständig stabil.

Woran kann ich erkennen, dass ich einen anovulatorischen Zyklus hatte?

  1. Unregelmäßige oder ausbleibende Blutungen
    Typisch für anovulatorische Zyklen sind unregelmäßige, verlängerte oder sehr schwache Blutungen. Manche Frauen haben Schmierblutungen anstelle einer normalen Periode. Längere Zyklusintervalle, z. B. über 35 Tage, können ebenfalls ein Hinweis sein.
  2. Fehlender Temperaturanstieg
    Die Basaltemperatur steigt nach einem Eisprung durch das Hormon Progesteron leicht an. Bleibt dieser Temperaturanstieg aus, deutet das auf einen Zyklus ohne Ovulation hin. Wer seinen Zyklus mit der Basaltemperatur beobachtet, kann so frühzeitig erkennen, ob ein Eisprung wahrscheinlich stattgefunden hat.
  3. Keine Veränderungen im Zervixschleim
    Im normalen Zyklus verändert sich der Zervixschleim während der fruchtbaren Tage: Er wird klar, spinnbar und flüssig. Bei einem anovulatorischen Zyklus fehlen diese typischen Schleimveränderungen oder treten nur unregelmäßig auf.
  4. Zyklus-Apps und Eisprungrechner
    Auch digitale Tools, wie ein Eisprungrechner, können Hinweise liefern. Wenn ein Zyklus laut Rechner theoretisch fruchtbare Tage zeigt, diese aber keine körperlichen Anzeichen wie Temperaturanstieg oder Zervixschleim zeigen, könnte es sich um einen anovulatorischen Zyklus handeln. Allerdings können Apps nur eine Schätzung liefern, keine 100 %ige Diagnose.

Ab wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn anovulatorische Zyklen regelmäßig auftreten oder deine Menstruation stark unregelmäßig, ausbleibend oder sehr schwach ist, ist es sinnvoll, einen Arzt oder eine Gynäkologin aufzusuchen. Auch bei anhaltendem Kinderwunsch, auffälligen hormonellen Symptomen oder plötzlichen Zyklusveränderungen sollte eine Abklärung erfolgen.

Frühzeitige Diagnose hilft, hormonelle Störungen, PCOS oder Schilddrüsenprobleme rechtzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln, um die Fruchtbarkeit und Zyklusgesundheit zu unterstützen.

Veränderungen im Zervixschleim

Der Zervixschleim ist ein wichtiger Indikator für die Fruchtbarkeit und den Eisprung. Während eines normalen ovulatorischen Zyklus verändert er sich unter dem Einfluss von Hormonen deutlich: Er wird klar, spinnbar und flüssig in den fruchtbaren Tagen, um die Spermienaufnahme zu erleichtern. Nach dem Eisprung verändert sich der Schleim wieder und wird dicker und undurchsichtiger.

Bei einem anovulatorischen Zyklus treten diese typischen Veränderungen oft nicht oder nur unregelmäßig auf. Der Schleim bleibt meist zäh, trüb oder kaum spürbar, da der Eisprung und der damit verbundene Hormonanstieg (Progesteron) ausbleiben. Dadurch fehlt ein klares Fruchtbarkeitsmuster, das sonst in der Zyklusbeobachtung erkennbar wäre.

Die Beobachtung des Zervixschleims ist daher ein wertvolles Werkzeug, um anovulatorische Zyklen zu erkennen. In Kombination mit Basaltemperaturmessung und Zyklusaufzeichnung können Frauen und Ärztinnen besser einschätzen, ob ein Eisprung stattgefunden hat oder der Zyklus anovulatorisch verlaufen ist.